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Wirksamkeit von ABA

 

Für jedes Kind mit Autismus ist jeder wache Moment wichtig.

Um einen langfristigen Erfolg zu erzielen, sollte ein Kind mit Autismus die meiste Zeit mit den demonstrierten Lehrmethoden verbringen, die durch wissenschaftliche Forschungen geprüft sind.

Jeder Moment, den ein Kind mit Therapien verbringt, die nur bedingt erfolgreich oder im schlimmsten Fall destruktiv sind, ist ein Moment, den es damit verbracht haben könnte, durch eine Methode gefördert zu werden, die für ihren Erfolg bekannt ist.

Wenn das Kind sehr jung ist, können es diese Momente sein, die für immer verloren gehen. Es scheint als ob es für junge Kinder mit Autismus, nur sehr eingeschränkte Möglichkeiten gibt. Während dieser Zeit kann eine wissenschaftlich nachgewiesene Methode (Applied Behavior Analysis - angewandte Verhaltensanalyse), den Unterschied zwischen einer lebenslangen, schweren Behinderung und eine Annäherung an ein normales Verhalten bedeuten.

 

Der folgende Auszug wurde aus dem Buch "A Work in Progress" von Ron Leaf und John McEachin übersetzt:

Autismus ist eine schwerwiegende Unterbrechung des normalen Entwicklungsprozesses, die in den ersten zwei Lebensjahren geschieht. Es führt zur Beeinträchtigung der Sprachfähigkeit, des Spielens, kognitiver, sozialer und anpassungsfähiger Funktionen, welches dazu führt, dass je älter die Kinder werden, sie immer weiter hinter andere Kinder zurückfallen.

Der Grund ist unbekannt, aber die Beweise deuten auf physiologische Gründe, wie neurologische Abnormalitäten in bestimmten Bereichen des Gehirns hin.

Autistische Kinder lernen nicht, wie andere Kinder lernen. Es scheint ihnen nicht möglich zu sein, einfache verbale und nonverbale Kommunikation zu verstehen. Empfindungsinput verwirrt sie, und sie entziehen sich in verschiedenen Graden von Menschen und der Welt um sie herum. Sie vertiefen sich in bestimmte Aktivitäten und Objekte, welche die normale Entwicklung des Spiels stören. Sie zeigen wenig Interesse an anderen Kindern und scheinen nicht durch Beobachtung und Imitation von anderen Menschen zu lernen.

Trotz der Unterbrechung des Lernprozesses haben Verhaltensforscher, sich verlassend auf die Prinzipien der Lerntheorie, effektive Methoden entwickelt, um autistische Kinder zu unterrichten. Forschungen über drei Jahrzehnte hinweg von Dr. Ivar Lovaas und seinen Kollegen an der Universität von Kalifornien (UCLA) haben überzeugend demonstriert, dass intensive, frühe Einmischung die Funktionen von autistischen Kindern verbessern kann.

Zwei Nachbehandlungsstudien, die 1987 und 1993 publiziert wurden, haben gezeigt, dass 9 von 19 Kindern, welche intensive Verhaltensbehandlung erhielten, reguläre Klassen erfolgreich abschließen konnten. Des Weiteren waren diese Kinder nicht mehr von Mitschülern auseinander zu halten, welches am IQ, an der Anpassungsfähigkeit und an emotionalen Funktionen gemessen wurde. Enorme Fortschritte im Bezug auf Sprachfähigkeit, Gesellschaftlichkeit, Selbst-Hilfe und Spielfähigkeiten waren selbst in den Kindern zu erkennen, die nicht den größten Erfolg zeigten. Bis auf zwei Kinder entwickelten alle funktionale Sprache.

 

Hier ist eine einfache Aufstellung der Resultate:

Behandelte Gruppe

Zeigten starke Verbesserung

Zeigten einige Verbesserung

Zeigten geringe/keine Verbesserung

40 Stunden pro Woche Lovaas - Behandlung nach ABA

19 Kinder

9

8

2

0 - 10 Stunden pro Woche Lovaas - Behandlung nach ABA

40 Kinder

1

18

21

 

Als die Behandlung begann, waren die Kinder in dieser Studie bis zu drei Jahre alt. Sie erhielten im DURCHSCHNITT 40 Stunden individueller Behandlung pro Woche, welches von UCLA Studenten ermöglicht wurde, die von anderen Studenten und Psychologen angewiesen wurden. Die Behandlung dauerte im Durchschnitt zwei Jahre oder länger.

Obwohl die Arbeit von Lovaas am Bekanntesten ist, gibt es andere Hinweise, dass ABA substantielle Nutzen erbringen kann. Harris und Handleman (1994) haben verschiedene Forschungsstudien nachgeprüft, welche bewiesen, dass mehr als 50 % der autistischen Kinder, die in umfassenden, frühen ABA-Interventionsprogrammen teilgenommen haben, erfolgreich in die Klassen von Nichtbehinderten integriert wurden. Viele dieser Kinder benötigten nur eine sehr verminderte, weiterführende Behandlung.


From Lisa Jo Rudy,
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Frage: Kann ABA Autismus heilen? Ich habe Geschichten darüber gelesen, dass sich autistische Kinder durch intensives ABA-Training ‚erholt’ haben, aber ich habe auch gehört, dass es bisher keine Heilung für Autismus gibt. Welche dieser Aussagen entspricht der Wahrheit?

Folgende Antwort wurde von Forschern des Lovaas Instituts gegeben:

Kurze Antwort:

Beide Aussagen sind richtig.

 

Lange Antwort:

Im Jahr 2000 hat Dr. Lovaas einen Bericht mit dem Titel "Clarifying Comments on the UCLA Young Autism Project" (Klärung von Kommentaren über das frühe Autismus-Projekt der UCLA) geschrieben. In diesem legte er den Unterschied im Gebrauch der Begriffe ‚Heilung’ und ‚Erholung’ dar.

Er erklärt, „Der Begriff ‚Heilung’ birgt die Beseitigung der eigentlichen Ursache des Problems in sich und da die Ursache des Autismus unbekannt ist, ist es sicher nicht gerechtfertigt und auch ethisch nicht korrekt von Heilung zu sprechen. Im Gegensatz dazu ist es jedoch möglich, ein Kind mit Autismus dazu zu befähigen eine normale Funktion zu erlangen, ohne Heilung für Autismus zu finden, ebenso wie es für einen Arzt möglich ist, Patienten zu einer normalen Funktion zu erholen, ohne eine Heilung für deren Krankheit gefunden zu haben.

Die Hodgkin’s Krankheit ist ein solches Beispiel.“ (Lovaas, 2000)

Der Ausdruck ‚erholt’ wurde im 3. Abschnitt des Forschungsberichts von Lovaas aus dem Jahr 1987 und in dessen Text verwendet. Kinder, die zu dieser Resultatgruppe gehörten, wurden mit einem normalen IQ-Wert getestet und haben erfolgreich die 1. Klasse einer Regelschule ohne Helfer abgeschlossen. Außerdem haben „die erholten Kinder“ in Tests „keine permanenten, intellektuellen Defizite oder Verhaltensdefizite gezeigt und auch ihre Sprache erscheint normal.“ (Lovaas 1987, S. 8)

Ob der Ausdruck ‚erholt’ verwendet werden sollte oder nicht, um die Kinder mit den besten Ergebnissen der Studie aus dem Jahr 1987 zu beschreiben, wird immer noch diskutiert. Einerseits hat Dr. Lovaas selbst in der Studie zur Vorsicht geraten „…es kann die Frage gestellt werden, ob sich die Kinder tatsächlich vom Autismus erholt haben“ (S. 8) er hat aber hinzugefügt „…es mögen gewisse Restdefizite in der normal funktionierenden Gruppe bleiben, die nur durch nähere psychologische Einschätzungen festgestellt werden können, insbesondere während diese Kinder heranwachsen“ (S. 8). Andererseits wurden dieselben Kinder bei der Folgestudie im Jahr 1993 im Alter von 13 Jahren nochmals eingestuft. Die erholten Kinder wurden einer längeren Serie von Tests unterzogen, die eine Untersuchung in den Bereichen, die Kindern mit Autismus und einer durchschnittlichen Intelligenz möglicherweise schwer fallen (z.B. zwanghaftes oder ritualisiertes Verhalten, Empathie und Interesse für Andere, Humor) beinhaltete (McEachin, 1993, S. 363). Die Studie hat herausgestellt, dass 8 der 9 Kinder weiterhin in einer Regelklasse erfolgreich waren und sich bei all den durchgeführten Tests nicht von Gleichaltrigen unterschieden.

Neue Testverfahren werden weiterhin entwickelt. Die neuesten Beispiele beinhalten den ADOS - Autism Diagnostic Observation Schedule – und den Theory of Mind Test. Fortwährende Auswertungen werden den Gebrauch des Ausdrucks ‚erholt’ weiterhin unterstützen bzw. klären. Beispielsweise wurden 48 % der Kinder aus der Gruppe mit den besten Ergebnissen der Wiederholungsstudie aus dem Jahr 2005 mit dem Autism Diagnostic Interview-Revised getestet und Einschätzungen durch Eltern und Lehrer waren dazu beabsichtigt ‚Restanzeichen’ von Autismus zu erkennen (Sallows, 2005). Des Weiteren ist eine Folgeauswertung mit den 21 % der Kinder mit den besten Ergebnissen aus der Wiederholungsstudie aus dem Jahr 2006 geplant. Letztendlich wurden die Kinder aus der Studie des Jahres 1987 bis ins Erwachsenenalter begleitet und eine Auswertung über deren derzeitigen Stand soll in der nahen Zukunft veröffentlicht werden.

 

Cohen, Howard, Amerine-Dickens, Mila, Smith, Tristram. (2006). Early Intensive Behavioral Treatment: Replication of the UCLA Model in a Community Setting. Journal of Developmental & Behavioral Pediatrics, 27 (2), 145-155.
Lovaas, O. I. (1987). Behavioral treatment and normal educational and intellectual functioning in young autistic children. Journal of Consulting and Clinical Psychology, 55, 3-9.
Lovaas, O. I. (2000). Clarifying Comments on the UCLA Young Autsim Project. University of California, Los Angeles. Department of Psychology.
McEachin, J. J., Smith, T., & Lovaas, O. I. (1993). Long-term outcome for children with autism who received early intensive behavioral treatment. American Journal on Mental Retardation, 97 (4), 359-372.
Sallows, Glen O. & Graupner, Tamlynn D. (2005). Intensive Behavioral Treatment for Children with Autism: Four-Year Outcome and Predictors.
American Journal on Mental Retardation,110 (6), 417-438.