Die sieben Schritte zum Erlangen der Unterrichtskontrolle bei Ihrem Kind
von Robert Schramm, MA, BCBA
Eltern die sich damit beschäftigen, Ihren Kindern zu helfen, die Auswirkungen vom Autismus zu bewältigen, werden täglich vor viele Herausforderungen gestellt. Als Supervisor der mit den Wissenschaften der Angewandten Verhaltensanalyse und Verbal Behavior arbeitet, erlebe ich selten einen Tag, an dem mir nicht eine Frage gestellt wird, die ein „wie kann ich mein Kind dazu bringen, dass ______?“ enthält. Diese Frage endet für gewöhnlich mit „es beim essen am Tisch sitzen bleibt“, „es nicht auf die Strasse läuft“, „es die Toilette benutzt“, oder irgendeiner anderen der tausend verschiedenen Sachen, welche Kinder mit Autismus bisweilen nicht tun, wenn sie dazu aufgefordert werden. Das Problem mit diesen Fragen ist, dass sie alle Symptome desselben Problems sind. Ideen zur Bewältigung eines dieser Symptome bieten nur solange einen Flicken, bis das nächste Symptom auftaucht. Das Grundproblem all dieser Fragen liegt darin, dass die Familie die Unterrichtskontrolle bei Ihrem Kind nicht effektiv gewonnen hat. Solange sie dies nicht tut, wird ihr Leben sich immer darum drehen, einen Brand nach dem anderen zu löschen und zu hoffen, wenigstens ein bißchen Erziehung zwischen den Flammen unterbringen zu können.
Das Erlangen der Unterrichtskontrolle stellt den wichtigsten Aspekt einer jeden Autismus-Intervention oder Lernbeziehung dar. Ohne sie haben Sie keine Macht Ihrem Kind konsistent zu helfen. Ohne Ihre Anleitung ist der Fähigkeitserwerb Ihres Kindes abhängig von dessen Interessen. Solange Sie nicht in der Lage sind Ihrem Kind dabei zu helfen, sein eigenes Verlangen zu überwinden und an Ihren Lernaktivitäten teilzunehmen, wird es Ihnen unmöglich sein, Ihrem Kind auf entscheidende Weise zu helfen. Unterrichtskontrolle läßt sich als nichts anderes als eine positive Lernbeziehung beschreiben. Abhängig von Ihrer Wahl der Interventionsform hat man Ihnen Unterrichtskontrolle vielleicht als Folgsamkeits-Training, Entwicklung einer Meister/Lehrling Beziehung, oder den Erwerb des Respekts Ihres Kindes beschrieben. Unabhängig davon, welche Interventionsform Sie bei Ihrem Kind anwenden, werden Sie nicht in der Lage sein Ihrem Kind all das beizubringen, was Sie möchten, solange Sie nicht dessen Bereitschaft gewonnen haben, sich Ihrer Führung anzuschließen.
Je nachdem, wessen Version dieses Interventionsansatzes Sie verfolgen, wurden Ihnen vermutlich einige Ideen vermittelt, wie die Unterrichtskontrolle über Ihr Kind zu erlangen sei. Für gewöhnlich beinhalten sie die Verbindung Ihrer Person mit Verstärkung und das langsame hinzufügen einfacher Anweisungen im Spiel. Diese Anweisungen gelten zumeist Dingen, welche Ihr Kind bereits von sich aus will. Da es diesen Anweisungen folgen möchte, ist es für Sie einfach, die Anweisung zu verstärken indem Sie mehr Spaß und verstärkende Dinge folgen lassen. Mit der Zeit beginnen Sie den Umfang und die Schwierigkeit der Anweisungen in dem Maße zu erhöhen, in dem Ihr Kind eine höhere Bereitschaft zeigt, sich für die verstärkenden Dinge und Aktivitäten anzustrengen, welche Sie ihm anbieten. Für einige Kinder ist dies alles was nötig ist, um eine gute Lernbeziehung aufzubauen. Für den Großteil der Kinder mit Autismus jedoch ist diese Technik sehr unzureichend, um ihnen zu helfen, ihren „Ich sage es, Mama und Papa tun es“ Lebensstil zu überwinden.
Um unseren Familien besser dabei helfen zu können, eine bleibende Beziehung der Unterrichtkontrolle aufzubauen, begann ich meine eigenen Richtlinien auf der Grundlage jener Methoden zu entwickeln, welche wir anwandten, um die wegen der Schwächen der gewöhnlichen Prozeduren der Unterrichtkontrolle immer noch existierenden Probleme der Familien zu lösen. Diese Richtlinien wurden schließlich zu einer Serie aus sieben Schritten, welche es Eltern ermöglichen, die Umgebung als Verbündeten im Kampf gegen den Autismus zu gewinnen.
Sobald Sie diese sieben Schritte systematisch auf die Umgebung Ihres Kindes angewandt haben, wird es nicht mehr nötig sein, Ihr Kind aktiv zu kontrollieren. Die natürlichen Bedürfnisse Ihres Kindes werden es motivieren sich an gemeinsamen Aktivitäten zu beteiligen, Anweisungen zu befolgen und Verantwortung für die Aufrechterhaltung sozialer Interaktion mitzutragen. Es wird anfangen sich dafür zu entscheiden, sich mit zunehmend schwierigeren Aufgaben zu beschäftigen, weil Sie sein Verlangen danach geweckt haben, Ihre Interaktion aufrecht zu erhalten. Nur wenn Ihr Kind sich freiwillig dazu entscheidet, Ihre Interaktionen aufrecht zu erhalten und aus zu dehnen, können Sie beginnen über die Grenzen dessen, was es vormals bereit war zu lernen, hinaus zu unterrichten.
Die sieben Schritte funktionieren deshalb, weil sie als Barriere dienen, welche den Zugang Ihres Kindes zu unverdienter Verstärkung blockiert. Dabei bleiben Objekte und Aktivitäten, welche als Verstärker dienen für Sie erhalten, um jene Verhaltensweisen zu verstärken, die Sie tatsächlich steigern möchten. Wird jedoch bereits nur einer der folgenden sieben Schritte nicht befolgt, so kann alles ins Ungleichgewicht geraten und Ihr Kind wird sehr wahrscheinlich in der Lage sein, einen Weg zu finden, die Zugewinne aus Ihrem Unterricht zu vermeiden.
1. Schritt: Zeigen Sie Ihrem Kind auf, dass Sie die Kontrolle über jene Dinge besitzen, welches es haben oder mit welchen es spielen möchte und dass Sie entscheiden werden, wann und wie lange Ihr Kind diese Dinge haben kann.
Alles was Ihr Kind gerne tut oder mit dem es gerne spielt, wenn es alleine ist, stellt einen möglichen Verstärker für seine positiven Verhaltensentscheidungen dar. Ihre Kontrolle über diese Dinge, ist in den frühen Phasen zur Gewinnung der Unterrichtskontrolle essentiell. Der Kontakt mit geschätzten Dingen sollte Ihrem Kind nicht vorenthalten werden. Vielmehr sollten wir von ihm erwarten, sich die Zeit mit Ihnen durch die Befolgung einfacher Anweisungen und angemessenes Verhalten zu verdienen. Die beste Möglichkeit, um die Kontrolle über die Verstärkung Ihres Kindes zum Lernen zu nutzen ist es, zu entscheiden, welche Dinge das Kind in seiner Umgebung haben darf und was es tun kann, um Sie zu veranlassen, diese Dinge anzubieten oder zu entziehen. Um die Verstärkung zu beschränken, beginnen Sie damit hochgeschätzte Dinge aus dem Zimmer Ihres Kindes, und auch aus dem restlichen Haus zu entfernen. Bringen Sie die Dinge an einen Platz, an dem Ihr Kind sie sehen, aber nicht erreichen kann. Stellen Sie in jedem Fall zumindest sicher, dass Ihr Kind weiß, wo sie jetzt aufbewahrt werden. Ein durchsichtiger Behälter sollte für jüngere Kinder ausreichen. Für ältere Kinder kann ein abgeschlossener Raum oder ein abgeschlossener Schrank in seinem Zimmer nötig sein. Die Einschränkung von Verstärkung wird besonders wichtig, sobald Sie anfangen mit Ihrem Kind zu arbeiten. Wann immer Sie sehen, dass es ein verstärkendes Objekt zur Seite legt, müssen Sie dieses sofort entfernen. Wenn Ihr Kind zu einem anderen Objekt geht, an dessen Einbehaltung Sie bisher nicht gedacht haben und beginnt damit zu spielen, es festzuhalten oder anzuschauen, merken Sie sich dieses Objekt und entfernen Sie es aus der Umgebung Ihres Kindes, sobald es damit fertig ist. Auf diese Weise können Sie es als einen möglichen Verstärker, zu einem späteren Zeitpunkt, wieder einführen. Wenn Ihr Kind Lieblingsaktivitäten hat, überlegen Sie sich Wege, um diese ebenfalls zu kontrollieren. Mini-Trampoline können an der Wand aufgehängt werden, Fensterläden können geschlossen werden und Schaukeln können ausser Reichweite Ihres Kindes aufgehängt werden, wenn sie nicht benutzt werden.
2. Schritt: Zeigen Sie Ihrem Kind, dass es mit Ihnen Spaß haben kann. Machen Sie jede Interaktion zwischen Ihnen zu einer freudvollen Erfahrung, so dass Ihr Kind gerne Ihren Anweisungen folgen wollen wird, um mehr Zeit zu haben, diese Erfahrungen mit Ihnen zu teilen.
Die besten ABA/VB-Programme sehen vor, dass etwa 75 % jeder Interaktion, die Sie mit Ihrem Kind haben, für das Pairing Ihrer eigenen Person mit Spaß-Aktivitäten und bereits bekannten Verstärkern genutzt werden. Pairing-Aktivitäten sollten auf die Motivation Ihres Kindes ausgerichtet sein und sollten ausschließlich nonverbale und deklarative Sprache beinhalten. Sie sollten üben, Ihre Gedanken und Ideen auf alberne und aufregende Art mit Ihrem Kind zu teilen, ohne dabei irgendetwas von ihm zurück zu erwarten. Was zeigt es Ihnen hinsichtlich dessen, was es sich wünscht? Für das Pairing Ihrer eigenen Person mit Verstärkung, folgen Sie Ihrem Kind, und wenn es an Dingen interessiert ist, spielen Sie mit ihm gemeinsam. Gestalten Sie die Zeit Ihres Kindes in der es spielen kann lustiger, weil Sie dabei sind. Wenn Ihr Kind Musik hören möchte, sollten Sie die-/derjenige sein, welche/r die Musik bereitstellt. Zusätzlich könnten Sie Ihr Kind im Arm halten, mit ihm springen und tanzen, während es der Musik zuhört. Es ist absolut in Ordnung, die Musik auszumachen, wenn Ihr Kind sich entscheidet, den Raum zu verlassen, anfängt rum zu spielen oder sich unangemessen zu verhalten (1. Schritt). Dennoch ist es besonders in den frühen Phasen des Erwerbs der Unterrichtkontrolle wichtig zu zeigen, dass Sie die Musik sofort wieder einschalten werden, sobald Ihr Kind zurückkehrt oder die unangebrachte Handlung beendet. Sie sollten sich darum bemühen, das Ausmaß seines Vergnügens über das hinaus zu steigern, wozu es selbst in der Lage wäre. Geben Sie darauf Acht, dem Objekt keine Freude zu entziehen. Dies ist manchmal schwieriger, als man denkt. Wenn das Spielen mit Ihrem Kind etwas ist, das Ihnen nicht besonders gut liegt, dann üben Sie. Gutes Pairing ist die Grundvoraussetzung für gutes Unterrichten.
3. Schritt: Zeigen Sie Ihrem Kind, dass es Ihnen vertrauen kann. Sagen Sie immer, was Sie meinen und meinen Sie immer, was Sie sagen. Wenn Sie Ihrem Kind die Anweisung geben etwas zu tun, geben Sie ihm keinen Zugang zu irgendeiner Verstärkung, bis es Ihrer Aufforderung hinreichend nachgekommen ist. Dieser Schritt beinhaltet nötigenfalls auch das Prompten zur Erfüllung der Aufgabe.
Worte bedeuten gemeinhin nicht gleich Konsequenzen. Sie sind eine Gefahr für Konsequenzen. Wenn Sie sich nicht an Ihre eigenen Worte halten, so wird Ihr Kind keine Grundlage haben auf welcher es gute Entscheidungen treffen könnte. Während der Unterrichtszeit dürfen Sie Ihr Kind nicht dafür belohnen, wenn es das Lernen vermeidet, indem es Ihren Anweisungen nicht nachkommt. Wenn Sie eine formal als diskriminanter Reiz oder SD bekannte Anweisung oder Instruktion geben, sollten Sie von Ihrem Kind erwarten, dass es sich entschließt, Ihrer Aufforderung nachzukommen. Bis es sich zu dieser Wahl entschließt, dürfen Sie nicht zulassen, dass es irgendeine zusätzliche Verstärkung erhält. Die Verhinderung der Verstärkung anderer Entscheidungen wird dazu führen, dass die Wahl, welche Sie ihm versuchen beizubringen, in dessen eigenem Interesse ist. Ist positives Lernverhalten im eigenen Interesse Ihres Kindes, so wird es sich schneller und öfter dafür entscheiden. Bedenken Sie die Wahl Ihrer Worte gründlich. Wenn Sie Ihrem Kind eine Frage stellen, sollte ihm erlaubt sein zu antworten, auch wenn es damit dem Lernen in die Quere kommt. Das bedeutet, dass Sie über die möglichen Antworten nachdenken müssen, bevor Sie eine Frage stellen. Beispielsweise fragen Sie Ihr Kind, ob es mit Ihnen eine Aufgabe machen möchte, und es antwortet mit „Nein“. Ihr Kind hat in dem Fall keine unangemessene Antwort gegeben. Tatsächlich haben Sie Ihrem Kind die Wahl gelassen, entweder mitzumachen oder nicht mitzumachen. Es hat sich entschieden, nicht mitzumachen. Sie müssen sich klar machen, dass es Ihre Entscheidung war, eine Frage zu stellen, welche das Problem verursacht hat. Sie können dies vermeiden, indem Sie eine präzise Sprache verwenden. Sagen Sie, was Sie meinen und meinen Sie, was Sie sagen. Sagen Sie Ihrem Kind, mittels direkter Anweisung oder SD exakt, was Sie von ihm erwarten. Wenn Sie zu Ihrem Kind sagen: „Setz Dich“, „ Komm zu mir“ oder „Mach das“, sollten Sie immer erwarten, dass Ihr Kind mit einer angemessenen Entscheidung reagiert (welche nötigenfalls „Prompten“ erfordert). Wenn Sie einen Ball haben, mit dem Ihr Kind gerne spielen möchte und Sie fordern es auf, sich zu setzen, so sollten Sie ihm den Ball nicht geben, bevor es sich nicht gesetzt hat. Wenn es sich nicht hinsetzt, behalten Sie den Ball so lange, bis es eine bessere Entscheidung getroffen hat. Beachten Sie, dass Sie solche Instruktionen nur während 25 % der Zeit mit Ihrem Kind einfliessen lassen, in der Sie kein Pairing machen und Ihre Person nicht mit Verstärkung in Verbindung bringen, so dass der Prozeß des Meinens, was man sagt und Sagens was man meint, nicht zu einer ständigen Auflage für die Wünsche Ihres Kindes wird.
4. Schritt: Zeigen Sie Ihrem Kind auf, dass die Befolgung Ihrer Anweisungen vorteilhaft und der beste Weg ist, zu bekommen was es möchte. Geben Sie Ihrem Kind sooft wie möglich einfache Anweisungen, um dann seine Entscheidungen für deren Befolgung durch gute Erfahrungen zu verstärken.
Sobald Sie die Kontrolle über die Verstärker Ihres Kindes erlangt haben, können Sie damit beginnen diese zu nutzen, um angemessene Verhaltensentscheidungen Ihres Kindes zu fördern. Um diesen Schritt effektiv zu befolgen, müssen Sie sich des Premack Prinzips bewußt sein. In dem Falle, dass Sie Ihr Kind unterrichten, bedeutet dieses Prinzip, dass Ihr Kind eine Anweisung befolgen und/oder ein angemessenes Verhalten zeigen muß, bevor Sie Ihm Zugang zu etwas gewähren, das es haben möchte. Die beste Möglichkeit, um sicherzustellen, dass Ihr Kind sich an diese Regel hält, besteht darin, ihm eine Aufgabe zu stellen oder Aufforderung zu geben, bevor Sie ihm irgendetwas geben, das es vielleicht von Ihnen haben möchte. Ihre Anweisung kann alles Mögliche mit dem Gegenstand in Beziehung Stehende oder andere Nützliche sein, wie etwa wenn Sie sagen: ”Wirf das hier vorher in den Müll“ oder „Setz Dich hin, dann hol ich es Dir.“ Es könnte auch die vorherige Aufforderung zu einer einfachen motorischen Nachahmung sein, um ein Geben und Nehmen im Lernprozeß zu entwickeln. Je öfter Ihr Kind erst nach der Befolgung einer Anweisung oder dem Zeigen eines angemessenen Verhaltens mit etwas, das es haben möchte, verstärkt wird, desto schneller wird es lernen, dass die Befolgung von Regeln und Anordnungen der beste Weg ist, an das zu gelangen, was es gerne haben oder tun möchte. Widerstehen Sie der Versuchung, Ihr Kind nach etwaigen Wünschen zu fragen, bevor Sie eine Anforderung stellen, welche es zu befolgen gilt, um das zu bekommen, was es möchte. Vermeiden Sie ebenfalls “wenn ___, dann ___“ –Aussagen, wie etwa „Wenn du die Legos wegräumst, bekommst Du von mir ein Eis“. Solche Aussagen sind Schnellverfahren um zu bekommen, was Sie von Ihrem Kind wollen, aber sie stecken voller Einschränkungen und möglicher Probleme. Es ist immer besser Ihr Kind mit einer Sache oder einer Aktivität Ihrer Wahl zu überraschen, nachdem es eine positive Entscheidung getroffen hat. Der Gebrauch von „Wenn, dann“ –Aussagen wird von Ihrem Kind nicht in das Treffen positiver Entscheidungen umgesetzt. Anstatt dessen lädt es Ihr Kind zum Verhandeln ein. Um möglichst schnell durch die ersten Phasen des Erwerbs der Unterrichtskontrolle zu gelangen, sollten Sie Ihrem Kind täglich Hunderte von Gelegenheiten bieten, auf eine Anweisung hin eine angemessene Entscheidung zu treffen. Dann müssen Sie diese positive Entscheidung unmittelbar verstärken. Sobald Sie die Kontrolle über seine Verstärkung erlangt haben, wird es einfach sein, ihm Möglichkeiten zur Befolgung von Anweisungen zu bieten. Da Sie auf seine von Ihnen kontrollierten Lieblingsdinge Zugriff haben, muß Ihr Kind zu Ihnen kommen, um zu erhalten was es möchte. Wenn es das tut, müssen Sie einfach nur darum bitten, dass es zuvor etwas anderes macht.
5. Schritt: Verstärken Sie während der frühen Phasen der Erlangung von Unterrichtskontrolle nach jeder positiven Antwort/Reaktion. Wechseln Sie schließlich zu einem ständig steigenden variablen Verhältnis an Verstärkung.
Konsistente Verstärkung ist wichtig für das Verständnis Ihres Kindes dafür, dass bestimmte Verhaltensentscheidungen dazu führen, dass es in den Kontakt zu Dingen gelangt, die es wertschätzt. Das Verständnis dafür, dass gute Entscheidungen zu guten Ergebnissen führen, spiegelt die Realität unserer aller Leben und tritt nur dann auf, wenn zu Beginn auf jede gute Entscheidung ein positives Resultat folgt. Da viele dieser Entscheidungen auf den SDs (Instruktionen) basieren, welche Sie Ihrem Kind gegeben haben, wird es anfangen, die Einhaltung Ihrer Anforderungen als eine notwendige Voraussetzung für den Erhalt von Belohnungen zu begreifen. Die Verbindung von Anweisungen mit dem Treffen guter Entscheidungen und effektiver Verstärkung, geht an keinem Kind unerkannt vorbei, welches besonders gut darin ist, zu bekommen, was es will. Während Ihr Kind lernt in seinem eigenen Interesse Ihre Anweisungen zu beachten und gute Antworten zu geben, wird es anfangen die notwendigen Anstrengungen auf sich zu nehmen und sich darauf zu konzentrieren, was Sie von ihm wollen. Letztlich wird es anfangen von selbst zu Ihnen zu kommen und sich nach einem SD (Instruktion) umzusehen, weil es weiß, dass dies der erste Schritt ist, um an seine Lieblingssachen zu gelangen. Diese Erkenntnis über die Bedeutung Anderer ist einer der ersten Schritte in Richtung Recovery vom Autismus und wird nur dann eintreten, wenn Sie durchgängig die Befolgung Ihrer Anweisungen zum besten und schnellsten Weg für Ihr Kind machen, Verstärkung zu erhalten. Das bedeutet jede einzelne korrekte Antwort/Reaktion zu verstärken. Verstärken Sie von Anfang an jedes gutes Antwortverhalten. Es gibt immer etwas Verstärkendes, das Sie verwenden können – vielleicht ein Kitzeln, ein Hochwerfen in die Luft oder eine lange innige, liebevolle Umarmung. Ist Ihr Kind dann später gewillt und in der Lage, Ihren Anweisungen durchgängig zu folgen, können Sie beginnen das Verstärkungsverhältnis auszudünnen. Am Anfang geben Sie mit jeder Verstärkung eines Verhaltens zu verstehen, dass Sie dieses Verhalten in vergleichbaren Situationen wieder sehen möchten. Hat Ihr Kind das erst verstanden, so wird es ebenfalls verstehen, dass Sie andere Verhaltensweisen nicht verstärken, weil Sie diese nicht noch einmal sehen möchten. Einmal erworben, kann die Unterrichtskontrolle durch das langsame Ausdünnen des Verstärkeranteils in dem Antwort-Verstärker-Verhältnis aufrechterhalten werden. Mit der Zunahme der Lernbereitschaft Ihres Kindes, sollten Sie von einem Antwort-Verstärker-Verhältnis von eins, zu einem variablen Verhältnis (Variable Ratio, VR) von zwei oder drei übergehen. Das bedeutet, dass Sie durchschnittlich auf jede zweite bis dritte angemessene Antwort/Reaktion greifbare Verstärkung folgen lassen. Als Nächstes können Sie dann zu einem VR-5 und schließlich zu einem variablen Verhältnis von zehn oder mehr übergehen. Der Grund weshalb wir einen variablen Verstärkungsplan nutzen, ist, dass wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass ihre Verwendung effektiver darin ist, durchgängige und starke Antworten zu erzeugen, als feste Verstärkungspläne.
6. Schritt: Zeigen Sie, dass Sie die Vorlieben Ihres Kindes ebenso gut wie Ihre eigenen kennen.
Schreiben Sie alle bevorzugten Verstärkerobjekte und -aktivitäten Ihres Kindes auf, die Sie entdecken können. Beobachten Sie anschließend, welche davon es in unterschiedlichen Situationen präferiert. Erstellen Sie eine Liste seiner aktuellen Verstärker und geben Sie diese an alle Erwachsenen, welche regelmäßig in Kontakt zu Ihrem Kind stehen, weiter. Sie sollten sich bemühen jeden Tag einen oder zwei neue Verstärker ausfindig zu machen oder zu entwickeln. Ihr Kind sollte dazu in der Lage sein, sich für eine große Vielzahl von Verstärkern anzustrengen. Rotieren Sie stets den Gebrauch bestimmter Verstärker, um zu verhindern, dass sich der verstärkende Wert irgendeines dieser Dinge abschwächt. Es ist ebenfalls eine gute Idee, die meistgeschätzten Dinge Ihres Kindes für die Verstärkung bei besonders schwierigen oder wichtigen Fähigkeiten, wie dem Spracherwerb oder dem Toilettentraining, aufzuheben. Zusätzlich zu Ihrem Wissen darüber, was Ihr Kind möchte, müssen Sie sich stets auch Ihrer eigenen Prioritäten bewußt bleiben. Was ist das Wichtigste, das Sie Ihrem Kind beibringen möchten? Normalerweise werden Sie, wann immer Sie mit Ihrem Kind arbeiten, zugleich mehrere verschiedene Ziele im Kopf haben. Wenn dies der Fall ist, kann es sein, dass eine einzelne Verhaltensentscheidung Ihres Kindes angemessen für eines der Ziele ist, welches Sie versuchen zu erreichen, gleichzeitig aber unangemessen für ein anderes. Unter solchen Umständen ist es notwendig, dass Sie wissen, welches der angestrebten Verhaltensziele Priorität für Sie besitzt. Wenn Ihre Zielsetzung das Pairing mit Ihrem Kind ist, werden Sie vielleicht anders auf ein Verhalten reagieren, als wenn Sie versuchen den Fokus auf Instruktionen oder Fähigkeitserwerb zu legen. Selten gibt es einen einzigen richtigen Weg, um auf eine Verhaltensentscheidung Ihres Kindes korrekt zu reagieren. Es ist wichtig, sich zu jeder Zeit im Klaren darüber zu sein, was Ihre Prioritäten sind und Entscheidungen über die Wahl eines Verstärkers, auf der Basis dieses Wissens zu treffen.
7. Schritt: Zeigen Sie Ihrem Kind, dass das Ignorieren Ihrer Anweisungen oder eine unangemessene Verhaltensentscheidung nicht zum Erhalt von Verstärkung führt.
Manchmal ist dies der am schwierigsten durchzuführende Schritt. Es ist daher empfehlenswert, einen guten Verhaltensberater (Consultant - vorzugsweise jemanden mit öffentlicher Zulassung) zur Seite zu haben, der Ihnen helfen kann. Vermeiden Sie es, Ihrem Kind zu erlauben, Verstärkung zu erfahren, wenn es eine direkte Anweisung ausdrücklich nicht befolgt oder sich bewußt unangemessen verhält. Sie müssen konsequent erkennen, wann sich Ihr Kind unangemessen verhält, und dieses Verhalten bewußt erfolglos machen. Sie vollbringen dies, indem Sie es - ganz einfach - nicht verstärken. Wir schaffen das, durch die Anwendung einer Konsequenz, welche Löschung genannt wird. Wenn Ihr Kind sich entschließt die Unterrichtssituation zu verlassen, stellen Sie sicher, dass es versteht, dass seine Entscheidung keinen Kontroll-Effekt über Sie hat. Das kann am einfachsten mittels erklärender Aussagen erreicht werden, wie etwa: „Ich denke wir haben genug gespielt“, „ Also gut“, oder auch „Tschüß“. Nonverbale Reaktionen sind ebenfalls hilfreich und wichtig. Sammeln Sie Ihre Unterrichts- und Verstärkermaterialien zusammen und gehen Sie in einen anderen Bereich des Raums. Brechen Sie den Blickkontakt ab und/oder drehen Sie Ihren Körper weg von Ihrem Kind. Spielen Sie selbst weiter mit den Dingen, entweder alleine oder mit den Geschwistern. Stellen Sie sicher, dass Ihr Kind keinen Zugang zu Ihren verstärkenden Objekten und Aktivitäten hat (oder anderen äußeren Verstärkern), solange es nicht zurückkehrt, um die Aufgabe zu beenden, von welcher es sich entfernt hat. Dies ermutigt Ihr Kind dazu die bewußte Entscheidung zu treffen, Ihre Anweisung zu befolgen und zurückzukommen, um an gemeinsamen Lernaktivitäten teilzunehmen. Ihr Kind gehen zu lassen und abzuwarten bis es sich dazu entschließt wiederzukommen, ist eine viel weit reichende Option als es zurückzuziehen oder gegen seinen Willen dort festzuhalten. Ihr Kind zum mitmachen zu zwingen, erhöht seine Motivation zur Flucht. Damit Ihr Unterricht so produktiv wie möglich ist, muss Ihr Kind selbst entscheiden, dass es in seinem eigenen Interesse ist, von Ihnen zu lernen. Erzwingen Sie diese Entscheidung nicht. Gestalten Sie anstatt dessen die Situation so, dass von Ihnen zu lernen, die gewinnbringendste Alternative für Ihr Kind darstellt, und geben Sie ihm dann die Gelegenheit, dies zu realisieren. Bleiben Sie stark, selbst wenn es Ihnen in den ersten paar Tagen so vorkommt als verbrächten Sie den Großteil Ihrer Zeit mit Warten anstatt mit Unterrichten. Sie unterrichten bereits. Was Ihr Kind während dieser Wartezeit lernt ist wertvoller, als die unmotivierte Arbeit, die Sie sonst tun würden. Es lernt den Wunsch nach der Beteiligung an Ihrem Unterricht – der Lernbereitschaft. Indem Sie diese Schritte sorgfältig befolgen, werden Sie feststellen, dass Ihre Wartezeit beginnen wird, sich schnell zu verkürzen und das Ausmaß motivierten Lernens Ihres Kindes weit über das hinausgehen wird, was Sie früher erreichen konnten. In unserer Arbeit haben wir festgestellt, dass Kinder die aufgrund einer sorgfältigen Anwendung der sieben Schritte zur Unterrichtskontrolle entschieden haben, sich wieder am Lernprozeß zu beteiligen, diesen mit sehr viel geringerer Wahrscheinlichkeit wieder verlassen. Wenn sie den Unterricht tatsächlich verlassen, so wird es für zunehmend kürzere Zeiträume sein. In vielen Fällen kann die Motivation der Kinder zur Teilnahme am Unterricht so stark werden, dass sie selbst beginnen Lernsituationen zu initiieren. Nur mit Hilfe dieses motivierten Lernens ist es Kindern möglich, Fähigkeitslevel zu erreichen, die vormals als ausser ihrer Reichweite liegend galten.
Der Grund dafür, Löschung als Werkzeug zur Unterrichtkontrolle zu verwenden, liegt darin, dass es ein extrem wirkungsvoller Weg zur Reduzierung problematischer Verhaltensweisen ist. Die Schritte 1 bis 6 sind entwickelt worden, um die Häufigkeit und Qualität der positiven Verhaltenswahlen Ihres Kindes steigern zu helfen. Richtig angewandt, machen diese Schritte das Leben für Sie und Ihr Kind sofort leichter. Es befolgt Anweisungen und nimmt an positiven Interaktionen mit Ihnen teil, und anschließend geben Sie ihm spielerisch all seine Lieblingsdinge. Es ist dieser Teil der Unterrichtskontrolle, mit dem Sie die meiste Zeit verbringen wollen, weil er normalerweise voller Freude und Lachen ist. Im Gegensatz dazu, treten die Nutzen von Löschungsverfahren nicht unmittelbar auf. Die Ergebnisse erscheinen erst mit der Zeit und existieren ohne Verstärkung. Der 7. Schritt der Unterrichtskontrolle muß jedenfalls dann ins Spiel kommen, wann immer Ihr Kind eine Entscheidung trifft, die Sie nicht noch einmal sehen wollen.
Löschung erlaubt es Ihnen, Problemverhalten abzubauen, ohne aversive Bestrafungsverfahren anwenden zu müssen. Sie müssen jedoch erkennen, dass Löschung immer ihren Preis hat: den Löschungstrotz. Löschungstrotz ist eine Periode, in der sich ein auf Löschung gesetztes Verhalten intensivieren und/oder steigern wird, bevor es sich letztendlich verringert. Der Löschungstrotz besteht aus Verhaltensweisen, die viel ernster sind, als jene, die Sie gerade zu löschen versuchen. Anfängliche Perioden von Löschungstrotz dauern oft lange und sind schwer zu ertragen. Die Gefahr bei der Löschung besteht in den Konsequenzen, die daraus folgen, wenn Sie nachgeben und Löschungstrotz-Verhalten verstärkt wird. Hat Ihr Kind mit Löschungstrotz-Verhaltensweisen Erfolg dabei zu bekommen, was es will, so werden diese Verhaltensweisen in Zukunft tatsächlich noch zunehmen. Also ist es extrem wichtig, dass Sie eine Löschung, für die Sie sich einmal entschieden haben, bis zum Ende durchziehen. Das bedeutet, Ihr Kind solange nicht zu verstärken, bis es Ihre ursprüngliche Anweisung befolgt hat oder sich für eine angemessene Ersatzhandlung für jenes Verhalten entschieden hat, welches Sie reduzieren möchten. Ungeachtet dieser möglichen Gefahr Löschungstrotz-Verhalten zu verstärken, bleibt die Löschung die beste Möglichkeit unangemessene Verhaltenentscheidungen abzubauen und Ihr Kind davon zu überzeugen, dass die Befolgung Ihrer Anweisungen der schnellste und einfachste Weg ist, um zu bekommen, was es gerne möchte. Nur wenn Sie jeden Löschungstrotz Ihres Kindes vollständig überwinden, können Sie jemals die volle Unterrichtkontrolle gewinnen und ein gutes Lernverhältnis mit Ihrem Kind entwickeln.
Der Löschungstrotz wird schnell an Dauer und Ernsthaftigkeit abnehmen, wenn Ihr Kind bemerkt, dass die Verwendung dieser unangebrachten Verhaltensweisen nicht länger gewinnbringend ist. Die Anwendung von Löschung zum Abbau von Problemverhalten kann ein mächtiges Werkzeug sein. Wenn sie aber nicht konstant eingesetzt wird, hat sie das Potential genauso schädlich, wie nützlich zu sein. Richtig angewendet, kann sie extreme Verhaltensweisen innerhalb weniger Tage oder Wochen verringern. Wenn Sie jedoch nicht völlig darauf vorbereitet sind, alle Ausbrüche von Löschungstrotz-Verhalten auf dem Weg durchzustehen, wird es darin enden, dass die Dauer und Schwierigkeit der Verhaltensweisen, die Sie abzubauen versuchen, noch zunehmen werden. Aus diesem Grund rate ich Ihnen besonders dazu, die Anwendung dieses 7. Schritts, wann immer möglich, unter der Anleitung eines zertifizierten Verhaltensanalytikers (BCBA) zu erlernen.
Unglücklicherweise ist die Vermeidung von Löschungsverfahren keine sinnvolle Option. Eltern, Lehrer und Therapeuten vermeiden es hin und wieder Löschung anzuwenden, aufgrund der Tatsache, dass anfängliche Löschungstrotz-Ausbrüche ernst und zerstörerisch sein können. Löschung kann beängstigend und schwierig sein, wenn Sie nicht wissen, wie man die Prozedur am wirkungsvollsten durchführt. Wenn Sie sich erlauben, auf Löschung zu verzichten, weil Sie den Löschungstrotz fürchten, sind Sie wahrscheinlich in der Lage, das Auftreten solcher Verhaltensweisen Ihres Kindes für den Moment zu vermeiden. Sie werden hierdurch aber nicht das Löschungstrotz-Verhalten aus dem Repertoire Ihres Kindes entfernen. Tatsächlich werden Sie das Anwenden des Verhaltens nur verzögern, bis Sie die steigende Heftigkeit der unangemessenen Verhaltensentscheidungen Ihres Kindes nicht länger akzeptieren können. Ihr Kind wird nur lernen, dass Löschungstrotz-Verhalten wirkungslos ist, wenn es das Verhalten oft genug erfolglos ausprobiert hat.
Zusätzlich zum Prozess des Erwerbs der Unterrichtskontrolle bei Ihrem Kind, kann die Eingliederung dieser Schritte in Ihr Familienleben die Aufrechterhaltung einer positiven Lernbeziehung sicherstellen. Je sicherer Eltern und Therapeuten im Umgang mit diesen sieben Schritten werden, desto besser und schneller werden Ihre Kinder damit beginnen, sich regelmäßig für positives Lernverhalten zu entscheiden. Meine Erfahrungen zeigen außerdem, dass jede weitere Person, welche die Unterrichtskontrolle bei einem Kind gewinnt, dazu beiträgt, dass der Prozess für die nächste nachfolgende Person schneller und einfacher wird. Schaffen Sie und Ihr Partner es also, die Unterrichtskontrolle zu gewinnen, wird es für Oma und Opa bereits leichter sein. Des Weiteren werden Oma’s und Opa’s Erfolge es sogar noch leichter für den Schulpsychologen und Lehrer Ihres Kindes machen, die Unterrichtkontrolle bei Ihrem Kind zu gewinnen.
Der Unterricht mit Videos als Form der Verstärkung ist eine der besten Möglichkeiten, um anzufangen, die Unterrichtkontrolle bei Ihrem Kind zu gewinnen, da auf natürliche Art die sieben Schritte der Unterrichtskontrolle verwendet werden. Beginnen Sie damit, eines der beliebtesten Videos Ihres Kindes einzuschalten. Stellen Sie sicher, dass Sie die Fernbedienung haben und entscheiden können, wann und wie das Video abgespielt oder angehalten wird (1. Schritt). Lassen Sie dann das Video für Ihr Kind laufen, und wiegen oder schaukeln es beispielsweise dabei auf dem Schoß oder streicheln oder massieren Sie seinen Kopf oder Rücken. Dadurch macht es die Erfahrung, dass es mehr Spaß mit Ihnen zusammen hat, als ohne Sie (2. Schritt). Halten Sie das Video an und geben Ihrem Kind einen einfachen SD, wie z. B. „Gib mir fünf“ (4. Schritt). Wenn es den SD sofort befolgt, lassen Sie das Video weiterlaufen (5. Schritt). Wenn Ihr Kind beschließt, nicht zu reagieren, schalten Sie das Video sofort ab oder stellen sich vor den Fernseher. Dadurch zeigen Sie, dass Sie meinen, was Sie sagen (3. Schritt). Wenn Ihr Kind aufsteht, anfängt zu schreien, zu schlagen oder irgendwelche anderen unerwünschten Verhaltensweisen auszuprobieren, sollten Sie das Video nicht wieder anschalten (7. Schritt) oder ihm den Zugang zu äußeren Verstärkern erlauben. Sobald Ihr Kind jedoch ruhig ist und Ihrer Aufforderung folgt, ob mit oder ohne Prompts (1. Schritt), können Sie das Video wieder anschalten (5. Schritt). Fangen Sie nun wieder damit an, Ihr Kind z. B. zu schaukeln und zu massieren (2. Schritt). Falls Ihr Kind keinen Gebrauch von vokaler Sprache macht, ist es eine hervorragend zur Unterrichtskontrolle geeignete Möglichkeit, ihm das Zeichen für Video mittels Zeichensprache (vereinfachte Form von Gebärdensprache) beizubringen. Wenn es spricht, könnten Sie einfache Bewegungsimitation ausprobieren, so wie z. B. „Mach nach“ zu sagen, während Sie Ihren Kopf berühren, auf den Boden klopfen oder in die Hände klatschen. In dieser kontrollierbaren, normalerweise höchst motivierenden Lernumgebung, die sieben Schritte zur Unterrichtskontrolle anzuwenden, wird Ihnen die praktische Erfahrung vermitteln, die Sie benötigen, um sie in den ganzen Tag Ihres Kindes zu integrieren.
Robert Schramm ist zertifizierter Verhaltensanalytiker (BCBA; Board Certified Behavior Analyst) mit einem Master-Abschluss in Sonderschulpädagogik. Er ist leitender Verhaltensanalytiker der Knospe-ABA GmbH, Europas ABA/VB Autismus-Interventionsunternehmen. Die Knospe-ABA GmbH verwendet die Grundsätze und Verfahren der Angewandten Verhaltensanalyse, gelehrt durch die größten Namen in ABA/VB, um die Förderung von über 250 Kindern weltweit zu unterstützen. Robert Schramm ist außerdem Autor des Autismus-Handbuchs „Motivation und Verstärkung: Wissenschaftliche Intervention bei Autismus“. Das Buch ist in mehreren Sprachen unter www.lulu.com/knospe-aba erhältlich. Die deutsche Version des Buches finden Sie unter www.pro-aba.com.
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